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Schwabacher Tagblatt, 07.03.2008:

Fantasievolle Leichtigkeit
100 Jahre Posaunenchor Dietersdorf - Konzert des Ensembles «BlechReiz»

DIETERSDORF – In Dietersdorf steht bereits das nächste Jubiläum an – 100 Jahre Posaunenchor Dietersdorf. Als ältester Posaunenchor im Dekanat Schwabach können die heutigen Mitglieder dieses seltene Jubiläum feiern. Viele Mitglieder vor ihnen haben kontinuierlich mit Posaunen und Trompeten das Lob Gottes in die Häuser getragen und somit die Herzen der Menschen bei Leid, Trauer und Freude gerührt. Auftakt der Jubiläumsreihe war das Konzert des Blechbläserensembles «BlechReiz» in der Georgskirche.

«Was hat nun dieses Ensemble mit Dietersdorf zu tun?», fragten sich viele Konzertbesucher. Ganz einfach, zwei Mitglieder des Dietersdorfer Jubelchores sind auch aktive Bläser des Ensembles. Christina Günzel und Martin Bauer halten diese musikalische wie auch freundschaftliche Verbindung der beiden Posaunenchöre aufrecht.

Schließlich profitieren beide Chöre von den musikalischen Inhalten und Erfolgen. Eine weitere Verbindung ist das musikalisch gewordene Wort des Evangeliums, das von den Musikern zu den Menschen getragen wird zum Lob und Dank des Herrn.

Werner Koch betritt den Altarraum, schaut verdutzt in die Gesichter der Konzertbesucher, lässt ein kurzes «Guten Abend» fallen, setzt sich an das einzig fremde Blasinstrument – das Schlagzeug – und beginnt mit einer Übungseinlage.

Was war das? Fragend sahen sich einige Besucher an. Kurz darauf erschienen die weiteren Musiker des Ensembles aus den verschiedensten Ecken und Türen des Kirchenschiffs, teils mit ihrem Instrument spielend, teils unterhaltend und begeben sich in den Altarraum. Dort angekommen, finden sie sich zu einem musikalischen Debüt zusammen.

Nach diesem fulminanten Intro wird dem Besucher schnell klar, dass das Ensemble «BlechReiz» einen extravaganten Musikstil liebt. Das stilistische Repertoire, das in einer musikalischen Reise von der Klassik bis zur Moderne dargestellt wurde, riss den Zuhörer quasi von einem Ort zum anderen.

So ließen die Vollblutmusiker ihr Publikum beim «Solo de Martino» in das Herz Perus eintauchen, schickten es bei der «Glühwurmserenade» mit auf den tänzerischen Flug der Glühwürmchen, um sie anschließend musikalisch mit «Another cat: Kraken» hinter Pfarrers Katze herschleichen zu lassen.

Witzige Moderation

Harmonisch rhythmische Variationen, geschickt vermischt mit spritzig witzigen Moderationen von Conférencier Dieter Meyer brachten Leichtigkeit und Fantasie in dieses Konzert. Alle Instrumentalvariationen hatten eines gemeinsam: Gott mit Musik zu loben und zu ehren.

Der musikalische Reisegenuss erlebte seinen Höhepunkt bei der achtstimmigen außergewöhnlichen Bearbeitung von Chris Woods «Lobet den Herren», bei der Wilhelm Wißmüller mit dem Euphonium von der Kanzel das Wort Gottes verkündete und dabei das Letzte aus seinem Instrument zauberte, wobei das ganze Ensemble einen außerordentlichen Choral verkörperte.

Eintritt verlangen die Musiker in der Regel keinen, dafür bitten sie beim Austritt um eine Spende zur Unterstützung eines Projekts in Afrika. Ein Mitglied des «BlechReiz» hat es sich zur Aufgabe gemacht, dort wichtige Aufbauarbeit und medizinische Hilfe den Bedürftigen vor Ort direkt zukommen zu lassen.

Nach zwei Stunden waren die Bläserlippen dann so stark beansprucht, dass es fast schon eine Qual war, Töne zu spielen. Trotz dieser Beanspruchung gaben die Musiker noch drei Zugaben. Die Freude am Musizieren, die Natürlichkeit mit der sie an die Sache herangehen und ihr soziales Engagement ließen die Musiker über sich selbst hinauswachsen und überzeugten das Publikum mit einem bezaubernden Konzert.

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Schwabacher Tagblatt, 28.11.2005:

Blechreiz mit extravagantem Stil

Blechreiz – das ist kein Tippfehler, sondern der Name des Blechbläser-Ensembles das am Samstag in Schwabach zu Gast war. Im Gemeinschaftshaus der Landeskirchlichen Gemeinschaft gelang es den elf Musikerinnen und Musikern, das Publikum im gut gefüllten Saal mit extravaganter Bläsermusik zu begeistern. Die Mitglieder des Ensembles stammen aus verschiedenen Posaunenchören in Mittelfranken und treffen sich nun schon seit fast zehn Jahren regelmäßig, um mit ihren Instrumenten Musik auf hohem qualitativen Niveau zu machen. Das Konzertprogramm versprach eine enorme stilistische Bandbreite von Bläsermusik der Renaissance über klassische Beiträge oder traditionelle Choräle bis hin zu fetzigen Songs im Bigband-Sound oder zeitgenössischen Arrangements aktueller Anbetungslieder im Pop-Rock-Stil. Durch humoristische Moderationen, vor allem aber durch die Fähigkeit der Musiker, sich bei jedem Titel sofort der neuen Stilrichtung hinzugeben, konnte Blechreiz seine Zuhörer durch die Epochen der Bläsermusik führen. Bei einer Canzona von Giovanni Gabrieli konnte man spontan die Stimmung auf der Piazza San Marco in Venedig fühlen, ebenso färbte sich in der Vorstellung der Zuhörer bei einer harmonisch komplexen und gleichzeitig rhythmisch mitreißenden Version des Spirituals „When Israel was in Egypt’s Land“ die Hautfarbe der Musiker ganz dunkel ein. Weitere Orte der musikalischen Weltreise waren Leipzig, an das der Choral „Wachet auf“ des dortigen Kantors Johann Sebastian Bach erinnerte oder auch die Karibikinsel Jamaika, deren Musikstil ein Arrangement des Gemeindeliedes „Kommt mit Gaben und Lobgesang“ prägte. Allen Stücken gemeinsam war die Motivation und Intention der Komponisten: mit schöner Musik Gott zu ehren. Die am Ende des Konzertes eingesammelten Spenden werden vom Ensemble an eine Organisation in Afrika weitergeleitet, die sich unter anderem die Versorgung leprakranker Menschen zur Aufgabe gemacht hat.

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Nürnberger Nachrichten, 11.05.2005

“BlechReiz“ gab Konzert in St. Lambertus in Eyb

Entertainer mit Botschaft

Vergnügliches Programm von Barock bis Schlager 

Mancher Franken höchstes Glück ist immer noch die Blasmusik. Doch wird die Frohe Botschaft gleich durch zehn goldene Trichter verkündet und durch Schlagzeug verstärkt, dann kann sich schon eine ganze Kirche zu fröhlicher Mittäterschaft begeistern, kann mitklatschen oder die erhaltenen bunten Rosen schwenken. So wie am Sonntag in St. Lambertus in Eyb.

„BlechReiz“ ist schon eine ganz besondere Gruppe. Viele der Mitglieder leiten bereits die Posaunenchöre in ihren Heimatorten von Großhabersdorf bis Treuchtlingen, von Hilpoltstein bis Eyb. Alle zwei Wochen wird in Rohr bei Nürnberg geprobt – reizvolle kleine Stücke, die seit vier Jahrhunderten bis heute Vergnügen bereiten. So dass Dirigent Martin Weber bei der Stabführung stets zufrieden lächeln kann, wie am Sonntag in Eyb.

Auch Worte können die musikalische Vorstellungswelt anregen. Neben Flügelhorn und Trompete beherrschte Conférencier Dieter Meyer das Spiel mit den treffenden Worten, um die Hörer in die faszinierende Klangwelt der Canzonen von Giovanni Gabrieli im Dom von San Marco zu versetzen („auch Taschendiebe gehen ihrer geregelten Arbeit nach“) oder sie mit dem Alltagsleben eines großen Komponisten wie Johann Sebastian Bach (zwei glückliche Ehen, zwanzig Kinder, gelegentlicher Aufenthalt im Kerker) vertraut zu machen.

Das Schmunzeln schmälerte keineswegs den Genuss – ein Höhepunkt war Bachs Kantatensatz „Wachet auf“ mit Stephan Schaffland im Generalbass auf der Es-Tuba, Stefan Lehnert auf Trompete und Flügelhorn (der wie die Hälfte der Mitglieder gleich mehrere „Blech-Mittel“ beherrschte), der Eyberin Karin Lober auf dem Waldhorn und dem ganzen Ensemble mit einem dazu eigens arrangierten, fast modern klingenden Choralsatz.

Die Instrumente konnten geradezu singen wie in Felix Mendelssohn Bartholdys achtstimmiger Motette „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“, in der man die Worte des 91. Psalmes zu verstehen glaubte.

Perfekte Wort-Musik-Kombination

Doch die meisten Werke feuerten an mit einem mitreißenden „Groove“ vom verjazzten Spiritual „Go down, Moses“, über „The Grooving March“ und Enrique Crespos „Spirit of BÒass“ bis zu Udo Jürgens „Vielen Dank für die Blumen“, was den Zuhörern das „Blechen“ für einen guten Zweck, nämlich eine Lepra-Station in Somalia, zum Vergnügen machte.

Ein „Blech-Durchfall“ war ausgeschlossen bei dieser perfekten Kombination von Musik und Wort, einschließlich eines lehrhaft-humoristischen Gedichts über die Posaunen von Jericho. Die Mitglieder von BlechReiz waren am Ende keine „Wayfaring Strangers“ mehr, sondern Entertainer mit einer Botschaft, die man nicht überhören konnte – wie am Sonntag „Exaudi“ in Eyb.      

Ingo Bathow

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Schwabacher Tagblatt, 24.04.2001:

Von Klassik bis Pop

"Blechreiz" bot gekonnte Mischung - 2000 Mark für "Mercy Ships"

DIETERSDORF - Die Fanfarenstöße des Eingangsstücks von G. Ph. Telemann ließen manches ahnen von jugendlichen Schwung, aber das Bläserensemble "Blechreiz" übertraf alle Ahnungen und Erwartungen, als es in der sehr gut besuchten Goergenskirche in Dietersdorf aufspielte.

Die Gruppe, die sich aus Bläserinnen und Bläsern von mittel- und unterfränkischen Posaunenchören zusammengefunden hat, verseht es, ihr Anliegen, zum Dank gegen Gott und zur Freude anzu-"reizen", humorvoll und locker den Besuchern nahe zu bringen.

Dabei mischt sie modernen Blues, Gospel und Pop bunt mit Barock und Klassik ohne dass die Hörer das anstößig fänden; im Gegenteil überzeugt in allen Stilrichtungen die Freude am Musizieren, aber auch die Präzision und Beherrschung des Instruments.

So hört man der Sonata des englischen Barockkomponisten H. Purcell ebenso gern andächtig zu wie dem bekannten "Highland Cathedral" oder dem "Blues for Brass". Neben Witz und humorvollen Kommentaren gibt es geradezu philosophische Überlegungen zum Leben - zu einem mit "Life" betitelten Stück - die dann aber doch schnell mit verspeisten Gummibärchen relativiert werden, während die Tuba einen langen Durststrecken-Ton auszuhalten hat.

Für die nötige Entspannung der stark beanspruchten Bläserlippen sorgten in bewundernswerter Fertigkeit an der Orgel die zurecht mit viel Beifall bedachten Nachwuchsorganisten Evi Auerbach, Doris und Martin Bauer mit Vortragsstücken aus der Feder des früheren Stadtkantors Dr. Ekkehart Nickel.

Nach alledem kein Wunder, dass die jungen Musiker von Pfarrer Walter Dummert nicht nur mit Rosen bedacht, sondern von der Hörergemeinde mit einer kräftigen Unterstützung ihres selbstlosen Anliegens entlassen wurden: Sie können mit einem Spendenbeitrag von runden 2000 Mark die "Mercy Ships" unterstützen, Schiffe, auf denen Leute aus Entwicklungsländern kostenlos medizinische und seelsorgerliche Hilfe finden.

Fazit: Ein rundum höchst erfreulicher und gelungener Abend, bei dem der Einsatz, die Natürlichkeit, der Schwung und die Kunstfertigkeit der jungen Musiker zusammen mit ihrem sozialem Engagement voll überzeugten. Man darf sich auf ihre Beteiligung an den Wolkersdorfer Kulturtagen vorfreuen.


Schwabacher Tagblatt, 15.02.2001:

ROHR - Das Blechbläserensemble BlechReiz tritt auf am Sonntag, 18.Februar, 19.30 Uhr, in der Rohrer Kirche. Die Hobby-Musiker haben sich vor fünf Jahren unter dem Namen "Blechreiz" zusammengefunden. Die zehn jungen Leute sind durchweg Mitglieder fränkischer Posaunenchöre, erkunden aber für sich auch moderne Sätze im Gospel-, Rock- und Pop-Stil. Sie boten das erfrischende und besinnliche Gemisch schon bei Weihnachtskonzerten, bei Kirchen- und Jugendveranstaltungen quer durch Deutschland, vor allem aber in Franken.